Die Wildnis Botswana’s

Hochkonzentriert sitzen wir in unserem Fahrzeug und versuchen in der Dunkelheit unser erstes Ziel in Botswana zu erreichen. Die Landstraße auf der wir unterwegs sind, ist noch lang, aber vor allem sehr dunkel und dadurch sehr gefährlich. Die Gefahr liegt nicht an möglichen wilden Tieren, sondern daran, dass die am Straßenrand grasenden Kühe, Esel oder Ziegen auch jetzt im stockdunkeln frei auf der Straße laufen können. Da es keine Straßenbeleuchtung gibt und auch das Fernlicht bei unserem Fahrzeug nicht als solches zu bezeichnen ist, kommt es mehrfach dazu, dass ich bei voller Fahrt ziemlich in die Eisen gehen muss. Plötzlich steht ein grauer Esel oder eine dunkle Ziege auf der Straße, die man wirklich erst im absolut letzten Moment sieht…
Schlussendlich geht alles gut, aber so einen Einstieg braucht man wirklich nicht…
Dabei haben wir alles so gut geplant – unser Flug von Kapstadt startete schon früh am Morgen und in Windhoek kamen wir pünktlich an. Als wir dann aber von unserem Fahrzeugvermieter hörten, dass das Fahrzeug ein Motorproblem hätte (Vogeleinschlag in den Kühler), und wir etwa noch 30 Minuten warten müssten, waren wir etwas gedämpfter Stimmung. Wir hatten nämlich etwas eng geplant, und wollten an diesem ersten Tag von Windhoek in Namibia aus, noch über die Grenze nach Botswana mit dem Ziel Ghanzi. Prinzipiell hätte das auch entspannt geklappt, aber aus den afrikanischen 30 Minuten wurden dann tatsächlich etwas mehr als 3 Stunden. Und eben dann wird es schwierig wenn die letzten 2,5 Stunden Fahrt, im stockdunkeln sind…

Wir setzen unsere Reise in Afrika fort und sind auch in diesem Jahr wieder in Botswana, wo wir uns primär das Ziel gesetzt haben, den noch befahrbaren Teil des Okavango Deltas zu erkunden. Dieses Mal sind wir wieder auf den Anbieter „Bushlore“ zugegangen und haben und einen Bushcamper gemietet, der prinzipiell bereits die gehobenere Variante der Safarifahrzeuge ist. Wie bislang eigentlich immer, haben wir die Tour selbst geplant, und alles was möglich war, im Voraus vorbereitet.
Es gibt auf einer solchen Tour immer unvorhergesehene Ereignisse, aber dass wir bereits am dritten Tag einen Umweg von 5 Stunden nehmen müssen weil wir zu wenig Bargeld an Bord hatten, kam dann auch mal wieder unerwartet. Das verhandeln mit den Damen der Community und dem Goverment am Tor des Moremi Nationalparks mitten in der Wildnis war lang, kraftraubend, aber ohne Erfolg. Uns fehlte einfach etwas Bargeld welches wir eben durch die Fahrt ˋnen halben Tag lang, bis zur nächsten Stadt einplanen mussten. Erstaunlich ist, dass obwohl es sich mit Namibia um das Nachbarland handelt, niemand im Notfall Namibian Dollars haben möchte, beim Euro allerdings die Augen leuchten…

Tatsächlich haben wir so viel erlebt, dass es schwierig ist es in Worte zu fassen. Wir sind mehrere Tage unterwegs bis wir mal einen Löwen von weitem sehen oder einfach nur voller Spannung den Elefanten beobachten der zwischen uns und unserem Zeltplatz her trottet und uns die Luft anhalten lässt. Möglicherweise hat er uns bemerkt, dennoch halten wir genügenden Abstand, denn es sind gefährliche Tiere. Es ist die Wildnis die uns in den Bann zieht, wo kein Handynetz und sonstige modernen Kommunikationsmittel im Ernstfall da wären, denn auch in diesem Jahr haben wir kein Satellitentelefon an Bord. Es sind die Momente, wo man abends im Dachzelt liegt, nochmal die Luke öffnet und den Sternenhimmel beobachtet. Zudem hört man die Wildnis, die wilden Tiere die nicht weit entfernt sind und man weiß dass der Gang zu einer Toilette nicht möglich wäre, da keine Campsite eingezäunt ist und dadurch Schutz böte. Das wäre nicht für jeden etwas, aber für uns ist es genau das Abenteuer welches uns packt.

Auch wenn es Urlaub ist, stehen wir morgens vor Sonnenaufgang um kurz nach fünf Uhr auf, fahren durch die Wildnis und beobachten die Natur beim Erwachen oder die Tiere, die tagsüber meistens aufgrund der Wärme eher faul sind und kaum zu entdecken sind.
Auch dieses Mal haben wir wieder Glück, dass wir keine Reifenpanne haben, oder sonst die Technik versagt, obwohl die Bedingungen ziemlich herausfordernd für Mensch und Maschine sind. Zugegebenermaßen handelt es sich bei dem Toyota Hilux um ein Fahrzeug dem man echt vertrauen kann. Zudem hat man bei dem Fahrzeuganbieter Bushlore ein gutes Gefühl, da die Wartung und Vorbereitung der Fahrzeuge für solche Trips, offensichtlich sehr professionell ist (auch wenn die Zeitenabschätzung für Reparaturen nicht so belastbar ist).

Im Okavango Delta selbst haben wir das Glück, einen Einheimischen zu treffen, der uns um den Khwai River führt, denn an einigen Stellen wäre das Wasser für uns zu tief mit unserem Fahrzeug geworden. Nachdem wir im letzten Jahr einmal die Erfahrung gemacht haben, sind wir dieses Mal sehr vorsichtig und immer etwas angespannt wenn wir Flüsse durchfahren. Insgesamt hat es doch an einigen Stellen schwierige Passagen und so sind wir außerdem ganz froh, dass wir am letzen Abend in Linyanti Leute aus München kennen lernen, die uns auch dort um einige schwierige Passagen herumführen.

Eines der letzten Highlights in Botswana ist dann das Rudel Löwen, welches im Chobe Nationalpark einen Büffel gerissen hat und mit vollen Bäuchen dann auf der Sandpiste liegt. Dieses Rudel schien dann Nachts direkt an unserem Zelt vorbeigelaufen zu sein, denn am nächsten Tag hörten wir sie unweit der Campsite auf der anderen Seite.

Es bleiben viele gute und spannende Erinnerungen und Gefühle zurück….

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2 Kommentare

  1. Bernd
    August 4
    Antworten

    Wow – super Beitrag. Spannend geschrieben – man hat das Gefühl dabei zu sein … und wieder einmal sehr tolle Fotos ( Sternenhimmel, Bee Eater, Elefanten und und und ). Das Sicherheitsgefühl muß man wohl total vergessen – wenn man die Streckenaufnahmen sieht … Hut ab für den Mut solche Strassen / Brücken / Flüsse zu befahren…. Danke für den tollen Bericht. Ich freue mich bereits auf Ihr nächstes Abenteuer …

    • admin
      August 4
      Antworten

      Vielen Dank. Am liebsten würden wir direkt wieder durchstarten.
      Wenn man wieder in die Zivilisation zurückkehrt, merkt man erst wie schön die Wildnis war.
      Etwas Mut gehört schon dazu, es ist aber auch im Nachhinein eine tolle Erfahrung an die man sich gerne zurückerinnert…

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